In die Zeit zurückreisen kann jedermann im Ortsteil Jostal der Stadt Titisee-Neustadt. Inmitten des Schwarzwaldes thront die Öhlermühle, die lange Zeit zum Mahlen von Getreide genutzt wurde. Doch eine Besonderheit der Mühle ist, dass sie auch eine Vorrichtung zum Pressen von Leinöl besitzt. Die Öhlermühle stammt aus dem Jahr 1772 und wurde umfassend restauriert. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Mühle noch bewohnt. Der Wohnteil besitzt noch eine echte Rauchküche, während die Mühle mit dem klassischen Mahlwerk, Walzenstuhl und vielem mehr ausgestattet ist. Präsentiert werden auch unzählige historische Geräte aus dem Haushalt. Am besten erreicht man die Öhlermühle im Zuge einer kleinen Wanderung, denn Parkplätze sind vor Ort sehr eingeschränkt. Doch einen Kilometer entfernt liegt eine Parkgelegenheit im Jostal, der als Basis benutzt werden kann. Machen Sie sich also auf den Weg und lassen Sie sich auf eine Zeitreise in die vorigen Jahrhunderte ein!
Ab dem 16. Jahrhundert etwa wurde den abgelegenen Schwarzwaldhöfen gegen Zinsabgaben das Mahlrecht zuerkannt. Denn diese einsam gelegenen Höfe waren vor allem in langen, harten Wintern tage- oder wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten. Die Bewohner waren ganz auf sich gestellt. Die “Wälderleute” waren somit nicht – wie die Bauern des Altsiedellandes – an eine bestimmte Mühle.
Besichtigung und Kontakt. Die Öhlerhofmühle wird vom Schwarzwaldverein (Ortsgruppe Titisee) betreut und ist von Frühjahr bis Herbst jeden Sonntag geöffnet. Gruppen, die sich wochentags für eine Mühlenführung interessieren, können sich an den Hofbesitzer August Fürderer wenden, Telefon 07651-5483.